SPD 60 plus Ba-Wü

 

Die Zukunft der Rentenversicherung

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Fachkonferenz der SPD 60 plus

Rente1„Die Zukunft der Rentenversicherung. Was wollen wir ändern, was wollen wir bewahren?“ lautete der Titel einer Fachkonferenz der SPD 60 plus in Stuttgart. Es referierte Prof. Dr. Winfried Schmähl vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen.
Die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Allerdings stehen bedingt durch den demographischen Wandel und die wirtschaftliche Entwicklung immer weniger Beitragszahlern immer mehr Rentenempfänger gegenüber. Es müsse deshalb zunächst die Entscheidung getroffen werden, ob die gesetzliche Rente leistungs- oder beitragsorientiert sein soll. Betriebliche und private Vorsorge sollten als Ergänzung, nicht als Ersatz der gesetzlichen Rente dienen. Momentan entspricht das Sozialhilfeniveau einer Rentenanwartschaft von 25 Entgeltpunkten, Tendenz steigend. Dies finde keine Akzeptanz, habe keine politische Legitimation und untergrabe systematisch das Vertrauen in die gesetzliche Rente. Prof. Schmähl versteht die gesetzliche Rente als Lohnersatzleistung, die die Teilhabe von Rentnern an der Kaufkraft aufrecht erhält.Rente2
Mit der Riester-Rente ging Prof. Schmähl hart ins Gericht. Sie sei ein schleichender Ausstieg aus der Umlagefinanzierung. Die Förderung sei am attraktivsten für Gutverdiener, während finanziell schwache Bevölkerungsgruppen, für die die Riester-Rente vorrangig gedacht war, die notwendigen Komplementärmittel nicht aufbringen können.
Im Hinblick auf die Rente mit 67 forderte Prof. Schmähl die Qualifizierung älterer Arbeitnehmer. Zur Entlastung der Rentenversicherung plädierte er dafür, z.B. die Hinterbliebenenrente aus Steuermitteln zu finanzieren.
Das Schweizer Modell, bei dem alle einzahlen, sei ein Umverteilungsmodell von oben nach unten und schütze besser vor Altersarmut.