SPD 60 plus Ba-Wü

 

60 plus Ortenau: Rote Kirschen zu fairen Preisen

Veröffentlicht in Aus dem Parteileben

Zwischen Kirschbäumen trafen sich Obstbauern der Region mit Matthias Katsch zum politischen Meinungsaustausch. Am Rande seines Feldes in Renchen-Erlach bei seinem „Kirschwägele“ begrüßte Christoph Unterhaslberger den SPD-Bundestagkandidaten. Sein Sohn und Nachfolger Tobias, der sich zurzeit mit der Imkerei ein Zusatzgeschäft aufbaut, meinte: „Bei kleinen Flächen lohnt sich nur der Direktverkauf“. Zusammen mit den Renchener Gemeinderäten Egon Busam und Heinz Schäfer berichteten die beiden dem Bundespolitiker von der Lage der Obstbauern in der Ortenau. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung kennt sich Schäfer mit den Schwierigkeiten gerade der kleinen Familienbetriebe aus. Busam, der auch Kreisvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) ist, wies auf die Probleme mit dem Mindestlohn für Saisonarbeiter hin: "Wir konkurrieren hier in Baden mit Obst aus Südeuropa, etwa aus der Türkei. 

Bundestagskandidat Katsch hielt dies für nicht gerecht, weil die tatsächlichen Transportkosten in den Endpreisen der Waren nicht enthalten seien. Obst über tausende Kilometer quer durch den Kontinent zu fahren und dabei noch die Preise der regionalen Anbieter zu unterbieten gehe nur, weil die ökologischen und sozialen Kosten nicht enthalten seien. „Das kann nicht so bleiben“, sagte Katsch. „Wer sich bei uns an hohe Standards beim Anbau und bei den Löhnen hält, darf nicht verdrängt werden von Anbietern, die von den schlechten Bezahlungs- und Arbeitsbedingungen der Landarbeiter sowie der Fahrer in der Transportbranche profitieren.“ Die Verbraucherinnen und Verbraucher können heimische Anbieter unterstützen, indem sie regionale Produkte bevorzugen. Es brauche EU-weite Regelungen, die der Ausbeutung von Menschen in den landwirtschaftlichen Regionen Riegel vorschieben. „Wer bei uns arbeitet, soll auch nach unseren Standards bezahlt werden“, forderte Katsch. Dafür werde er sich in Berlin einsetzen.