SPD 60 plus Ba-Wü

 

60 plus Heilbronn: Rosa Luxemburg

Veröffentlicht in Aus dem Parteileben

Die stellvertretende Vorsitzende der AG 60plus Heilbronn Stadt-Land, Karin Schönberger, begrüßte in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Sieghart Brenner eine illustre Schar von Mitgliedern in der Böckinger Jahnheide.
Als Referentin konnte sie Anneliese Fleischmann-Stroh willkommen heißen, die zum Rosa Luxemburg, führende linke Sozialdemokratin, Mitbegründerin der KPD, geb. 5.3.1871 in Zemosé ermordet am 15.1.1919 in Berlin) referierte.

Ein Vortrag von Anneliese Fleischmann-Stroh über Rosa Luxemburg von 2021 ist im Internet zu finden: "Rosa Luxemburg am 6. Mai 1914 in Heilbronn – vor 107 Jahren. Eine Entdeckung und Empfehlung von Anneliese Fleischmann-Stroh". Der nachfolgende Bericht ist eine Übernahme dieser Darstellung des Themas, das weitgehend ähnlich bei der AG 60plus vorgestellt wurde.

Die Anwesenden erfuhren einiges aus dem Leben Rosa Luxemburgs. So zum Beispiel, dass Rosa Luxemburg nur 1,46 m groß war und - soweit bekannt - drei Liebhaber hatte. Einer finanzierter zu seiner Zeit ihren Lebensunterhalt und kontrollierte sie diesbezüglich genau. Sie verfügte meist nicht über ein regelmäßiges Einkommen. Ein weiterer war der Sohn von Clara Zetkin und 14 Jahre jünger.

Am 6. Mai 1914 hielt Rosa Luxemburg in Heilbronn in den Kilianshallen zwei Reden, über die in der Lokalzeitung berichtet wurde. Übernachtet hat sie im Gasthof Falken, dort ist heute das Café Liberté.

Bereits 1906 schrieb Rosa Luxemburg: „... Zu diesen Angelegenheiten gehören: lokale Steuern für die Stadt- oder Gemeindekasse; der Unterhalt der örtlichen Schulen; der Unterhalt der Krankenhäuser; die Beleuchtung der Stadt oder Gemeinde; die Instandhaltung der Straßen, Wege und Brücken; die Wasserversorgung der Stadt oder Gemeinde; ferner die städtischen Markthallen; der Stadtverkehr, das heißt die Straßenbahnen, Omnibusse, Droschken; die Verschönerung der Stadt; die Erhaltung der öffentlichen Anlagen und Gärten; der städtischen Theater; der öffentlichen Wohlfahrtseinrichtungen, wie Heime, Nachtasyle, öffentliche Waisenhäuser; der Institutionen der Volksbildung, wie Bibliotheken und Lesehallen in Stadt und Land; endlich auch der Feuerwehr usw. 
Die Arbeiter, die mit ihren Händen alle Städte, Häuser und Straßen erbaut haben, müssen fordern, dass für sie breite und bequeme Straßen gebaut werden, dass in den von ihnen bewohnten Gegenden öffentliche Gärten und Anlagen für die Kinder angelegt werden, dass auch dort, wo die bienenfleißigen Arbeiter wohnen, und nicht nur dort, wo sich die bürgerlichen Parasiten eingenistet haben, auf den Straßen und in den Häusern Reinlichkeit herrscht, Kanalisation und Wasserleitung mit sauberem Wasser angelegt werden usw.
…das Personal der städtischen Krankenhäuser, die Dienstmänner, einen bestimmten Minimallohn und einen entsprechend geregelten Arbeitstag erhalten sowie dass ihnen ein gewisser Unterhalt von der Stadt im Fall von Alter und Invalidität oder Krankheit gesichert wird. Ferner erfordert das Interesse der arbeitenden Bevölkerung, dass die Versorgung der Stadt mit Licht, Gas, Wasser, Straßen- und Pferdebahnen nicht in die Hände kapitalistischer Privatunternehmer gegeben wird, die Millionen daran verdie-nen würden,…“

Karin Schöneberger bedankte sich bei Anneliese Fleischmann-Stroh für den sehr detailreichen Vortrag.

(Text: Hartmut Wilhelm, Bild: Richard Mall)