SPD

Für eine starke und verlässliche Altersvorsorge

SPD fordert eine umfassende Reform der privaten und betrieblichen Altersvorsorge!

Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt das Fundament unserer Alterssicherung. Angesichts des demografischen Wandels und sich verändernder Erwerbsbiografien reicht
sie für viele Menschen jedoch allein nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Deshalb müssen die ergänzenden Säulen der Altersvorsorge – die
betriebliche und die private Vorsorge – konsequent ausgebaut und gestärkt werden. Die SPD fordert deshalb ein umfassendes Reformkonzept für eine verlässliche, sozial
gerechte und transparente Altersvorsorge. Ziel ist es, allen Menschen unabhängig von ihrem Einkommen bessere Möglichkeiten für eine zusätzliche Absicherung im Alter zu
eröffnen.

Private Altersvorsorge einfacher und sozial gerechter gestalten
Die private Altersvorsorge kann eine wichtige Rolle spielen, wenn sie transparent, kostengünstig und staatlich verlässlich gefördert wird. Die bisherigen Regelungen sind für
viele Menschen zu kompliziert und teilweise schwer verständlich. Deshalb braucht es eine grundlegende Reform und Vereinfachung der staatlichen Förderung. Gefordert werden insbesondere kostengünstige und transparente Vorsorgeprodukte, ein öffentliches Standardprodukt mit niedrigen Verwaltungskosten sowie eine bessere Information und Aufklärung über die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge.
Private Altersvorsorge darf dabei kein Privileg für Besserverdienende sein. Auch Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen müssen die Möglichkeit erhalten, zusätzlich für ihr Alter vorzusorgen.

Betriebliche Altersvorsorge stärken
Ein besonders großes Potenzial bietet die betriebliche Altersvorsorge. Viele Beschäftigte haben bislang noch keinen ausreichenden Zugang zu entsprechenden Angeboten.
Arbeitgeber sollen deshalb stärker in die Verantwortung genommen werden.
Altersvorsorge ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe. Unternehmen profitieren von der Arbeitsleistung ihrer Beschäftigten und tragen daher auch Verantwortung für deren
soziale Absicherung im Alter.
Arbeitgeber sollen deshalb verpflichtet werden, sich mindestens mit einem verbindlichen Zuschuss an der betrieblichen Altersvorsorge ihrer Beschäftigten zu beteiligen. Gleichzeitig sollen sie beim Aufbau entsprechender Betriebsrentenmodelle unterstützt werden. Insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen müssen praktikable und kostengünstige Lösungen geschaffen werden.
Eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber an der betrieblichen Altersvorsorge wäre ein wichtiger Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit.

Altersarmut wirksam verhindern
Alle Reformmaßnahmen müssen darauf ausgerichtet sein, und Altersarmut zu verhindern und den Lebensstandard im Alter zu sichern. Besonders berücksichtigt werden müssen
Beschäftigte mit niedrigen Einkommen und Teilzeitbeschäftigte. Auch Frauen sowie Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien benötigen besondere Unterstützung.
Gerade bei Teilzeit, Selbstständigkeit, Familienzeiten oder anderen Unterbrechungen des Erwerbslebens entstehen häufig Lücken bei der Altersvorsorge. Diese dürfen nicht dazu führen, dass Menschen im Alter in finanzielle Not geraten.

Demografischer Wandel stellt Altersvorsorge vor große Herausforderungen
Die demografische Entwicklung stellt die Alterssicherungssysteme in Deutschland vor große Herausforderungen. Immer weniger Erwerbstätige finanzieren die Renten einer steigenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern. Gleichzeitig verändern sich die Erwerbsbiografien durch Teilzeit, Selbstständigkeit, Familienzeiten und berufliche Umbrüche.
Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt deshalb unverzichtbar. Sie muss das Fundament einer solidarischen Alterssicherung bleiben. Gleichzeitig müssen die betriebliche und private Altersvorsorge so weiterentwickelt werden, dass sie tatsächlich einen zusätzlichen Beitrag zur Sicherung des Lebensstandards leisten können.
Die private Vorsorge kann dabei nur dann ihre Aufgabe erfüllen, wenn sie transparent, kostengünstig und staatlich verlässlich gefördert wird. Gleichzeitig darf die zusätzliche Altersvorsorge nicht zu einem Privileg für Besserverdienende werden.

Arbeitgeber stärker in die Verantwortung nehmen
Unternehmen profitieren unmittelbar von der Arbeit ihrer Beschäftigten. Deshalb tragen sie auch Verantwortung dafür, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Alter sozial abgesichert sind.
Eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber an der betrieblichen Altersvorsorge ist daher ein wichtiger Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Verbindliche Arbeitgeberzuschüsse können dazu beitragen, dass mehr Beschäftigte eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen und insbesondere Menschen mit niedrigeren Einkommen besser abgesichert werden.

Drei Säulen für eine sichere Zukunft
Eine zukunftsfeste Alterssicherung braucht das Zusammenspiel von gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge. Keine dieser Säulen darf isoliert betrachtet werden.
Nur durch ein starkes Zusammenspiel aller drei Bereiche kann langfristig eine stabile, gerechte und verlässliche Alterssicherung gewährleistet werden. Dabei muss die gesetzliche Rentenversicherung weiterhin das Fundament bilden. Betriebliche und private Vorsorge sollen dieses Fundament sinnvoll ergänzen – und zwar so, dass alle Menschen davon profitieren können.

Eine gute Altersvorsorge ist keine Frage des persönlichen Glücks oder des Geldbeutels.
Sie ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.