SPD 60 plus

Baden-Württemberg

Cannabis in der Medizin

Veröffentlicht am 16.11.2025 in Aus dem Parteileben

AG60+ Heilbronn Stadt und Land
Bericht zum Treffen am 7. November 2025
‚Cannabis in der Medizin‘ - dies war an diesem Nachmittag das Thema über das
unser Genosse Dr. Peter Trunzer als Gastreferent gesprochen hat.
In einer ausführlichen Präsentation erfuhren wir alles Wichtige über Cannabis. Ange-
fangen von der momentanen Gesetzeslage, Cannabis gilt nicht mehr als
Betäubungsmittel im Sinne dieses Gesetzes, über die verschiedenen Pflanzensorten
bis zu den möglichen Anwendungen in der Medizin. Die wichtigsten Wirkstoffe sind
Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC hat eine psychoaktive
Wirkung, es kann euphorisch (High-Gefühl) machen, Appetit anregen und Schmer-
zen mildern. CBD wirkt nicht psychoaktiv eher beruhigend, angstlösend und
entzündungshemmend.
Für die Anwendung in der Medizin ist aber der THC-Gehalt ausschlaggebend.
Es gibt viele Krankheiten, die durch Cannabis positiv beeinflusst werden können.
Am Häufigsten wird es bei Schmerzen (chronisch, neuropathisch) verschrieben. Aber
auch bei Angstzuständen und Depressionen, bei Schlafstörungen, Übelkeit uvm.
Cannabis macht nichts kaputt und heilt nichts, sagt Peter Trunzer. Es kann aber
gerade in der Onkologie und der Palliativmedizin sehr hilfreich sein. Trotzdem ist es
nicht für jeden geeignet. Selbstverständlich sollte es in der Schwangerschaft,
während des Stillens, bei schweren Herz- und Kreislauferkrankungen oder manchen
psychischen Erkrankungen nicht eingenommen werden. Und natürlich sollte
Cannabis Kindern und Jugendlichen nur unter strengen Auflagen verabreicht
werden.
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt des umfangreichen Vortrags, der durch einige
Fragen noch ergänzt wurde.
Vor allem betonte Peter aber, dass die Anwendung von Cannabis immer in enger
Absprache mit einem Arzt erfolgen sollte.
Bedauerlicherweise gibt es aber immer noch zu wenige Ärzte, die eine Cannabisthe-
rapie empfehlen und begleiten. Und auch viele Krankenkassen sträuben sich oft die
Kosten dafür zu übernehmen.
Unser nächstes Treffen findet am 5. Dezember wieder im Willy-Brandt-Haus statt.
Dann wird uns Bernhard Löffler etwas über Rumänien erzählen.
Rumänien im Aufbruch: Geschichte, Kultur, Natur.
Mit solidarischen Grüßen
Renate Stejskal