SPD 60 plus Ba-Wü

 

Veröffentlicht in Aus dem Parteileben
am 24.07.2017

Am Rednerpult: Roland Sing. Am Tisch: v.l. Matthias Kircher, Carola Grodszinski, Jasmina Hostert

 

Unsere Gesellschaft wird immer älter und immer mehr Krankheiten können durch den medizinischen Fortschritt bekämpft werden. In Deutschland verfügen wir weltweit über eines des besten Gesundheitssysteme , aber ist es auch gerecht?

Profitieren alle gleichermaßen von unserer guten Versorgung, oder haben wir eine Zweiklassenmedizin , so Jürgen Grahl , Kreisvorsitzender der AG 60plus in seiner Begrüßung.

An der Podiumsdiskussion nahmen Roland Sing, VdK Präsident Baden-Württemberg, Matthias Kircher, Leiter Wohn- und Pflegeheim Samariterstift Gärtringen, Carola Grodszinski, Ver.di Vorsitzende Böblingen-Sindelfingen sowie Jasmina Hostert, SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagskandidatin im Wahlkreis Böblingen teil.

Roland Sing, der Gastredner des Abends, legte in einer 20 minütigen Eingangsrede die aktuelle Situation dar. Er bemängelte, obwohl Deutschland ein reiches Land ist, immer mehr Versicherte um ihr Recht kämpfen müssen.

Dass die Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenkassen immer spärlicher werden, trotz eines Überschusses von aktuell mehr als € 500 Millionen. Die Fallpauschalen haben dazu geführt, dass in den Kliniken der Kapitalismus pur eingezogen ist.

Carola Grodszinski, die Ver.di Vorsitzende Böblingen –Sindelfingen und langjährige Betriebsratsvorsitzende des Klinikum Südwest setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der Pflege in den Kliniken ein. Eine Pflegekraft in Deutschland betreut tagsüber 13 und nachts über 20 Personen. In anderen europäischen Ländern sieht es wesentlich besser aus. In Schweden betreut eine Pflegekraft 8 Personen und in den USA nur 5 Personen. Aktuell fehlen uns 70 000 Pflegekräfte bemängelt Grodszinski.

Matthias Kircher vom Samariterstift in Gärtringen wünscht sich mehr Zeit für die Versorgung seiner Heimbewohner. Die Personaldecke wir immer dünner und der Pflegeberuf ist für den Berufsnachwuchs nicht interessant, da sowohl die Vergütung als auch die Arbeitszeit nicht motivieren.

Die Zahl der jetzt 2,9 Mio. Pflegebedürftigen wird bis zum Jahr 2030 auf 3,5 Mio. steigen . Die Hauptlast liegt bei den Familien. Jasmina Hostert sieht hier den Gesetzgeber gefordert, die zwar verbesserten aber doch nicht ausreichenden Rahmenbedingungen anzugleichen. Pflegende Angehörige dürfen nicht in die Altersarmut abrutschen.

Veröffentlicht in Veranstaltungen
am 10.07.2017

v.r.: Lukas Siebenkotten, Daniel Born MdL,Sieghart Brenner,Lothar Binding MdB

 

"Wie wollen wir in Zukunft leben? - Generationengerecht, lebenswert, bezahlbar!" lautete der Titel einer Podiumsdiskussion, zu der die SPD 60 plus Baden-Württemberg nach Heilbronn eingeladen hatte. Mit dabei waren Lukas Siebenkotten (Direktor des Deutschen Mieterbundes) und Daniel Born MdL (Wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion). Der 60 plus-Landesvorsitzende Lothar Binding MdB führte ins Thema ein, die Moderation hatte Sieghart Brenner, Kreisvorsitzender der SPD 60 plus Heilbronn.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Es wird so viel gebaut wie nie. Hochpreisige Neubauten und luxussanierte Wohnungen sind zum Anlageobjekt geworden. Die Zersiedelung der Landschaft schreitet voran. In manchen ländlichen Gebieten gibt es Leerstand, während in Ballungsräumen und Universitätsstädten ein eklatanter Mangel an Wohnungen herrscht. Immer mehr Familien, Alleinerziehende, Studierende und ältere Menschen finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Die für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft so wichtige soziale Durchmischung in den Wohnquartieren geht immer mehr verloren.

"Dass bezahlbarer Wohnraum knapp wird, war eine vorhersehbare Entwicklung. Seit der EU-Osterweiterung sind rund 2,5 Mio. Menschen nach Deutschland gekommen. Flüchtlinge machen aber nur einen sehr geringen Teil daran aus, überwiegend handelt es sich um europäische Binnenwanderung, hauptsächlich von Arbeitskräften aus Osteuropa. Leider haben Regierungen verschiedener Couleurs nicht vorausschauend agiert", betonte Lukas Siebenkotten. Die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus sei seit Jahrzehnten stark zurückgefahren, öffentliche Gelder oftmals sogar zweckentfremdet worden. Verschärfend komme hinzu, dass nach 20 Jahren Sozialwohnungen wieder in den freien Markt übergehen. Der Bestand nehme also faktisch jährlich ab.

Mittlerweile habe die Bundesregierung erste Schritte unternommen: Das Bündnis für bezahlbares Wohnen, soziale Wohnraumförderung, Wohngelderhöhung und Mietpreisbremse sollen entgegenwirken. Siebenkotten bedauerte, dass diese an sich sinnvollen Instrumente auf Betreiben von CDU und CSU stark verwässert wurden. Weder eine degressive Abschreibung noch eine Auskunftspflicht des Vermieters seien in der Koalition durchsetzbar gewesen. Energetische Sanierungen führten meist zu Mieterhöhungen, die das Dreifache der eingesparten Heizkosten betragen.  

VeranstaltungenFrühjahrsempfang 2017

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am 11.04.2017

Der Frühjahrsempfang der SPD 60 plus Baden-Württemberg lockte wieder zahlreiche Besucher in den Kleinen Kursaal nach Stuttgart-Bad Cannstatt. Das lag bestimmt nicht nur am frühlingshaften Wetter, sondern auch an der Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Annelie Keil aus Bremen, wie der 60 plus-Landesvorsitzende Lothar Binding in seiner Begrüßung feststellte. Annelie Keil referierte zum Thema "Älterwerden heißt neu werden im Angesicht einer offenen Zukunft - Leben braucht mehr als ein Plus an Jahren".

Dabei sprach sie das Geschenk der nackten Geburt an. Dass niemand vorherbestimmen könne, an welchem Ort, in welche Verhältnisse man hineingeboren werde. Immer wieder flocht sie dabei ihre eigene Lebensgeschichte ein: ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie im Waisenhaus, in Kriegsgefangenschaft und im Flüchtlingslager Friedland. Als demographischen Reichtum bezeichnete sie, was jeder zum Leben brauche: ein Herz, das Mitgefühl entwickeln kann, Augen, Nase, Ohren und Mund, Füße, Hände und ein Gehirn, mit dem man mitdenken kann. 

Veröffentlicht in Veranstaltungen
am 14.07.2016

Unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt – Unser Gesamtkonzept Pflege“ hatte die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Seniorinnen und Senioren (SPD 60 plus) Baden-Württemberg zu einer Diskussionsveranstaltung ins Dienstleistungszentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Stuttgart eingeladen.

„Unsere Gesellschaft wird immer älter und die Zahl der Pflegebedürftigen steigt kontinuierlich an – inzwischen auf rund 2,6 Millionen allein in Deutschland. Diese Menschen wollen in Würde und möglichst in ihrer gewohnten Umgebung alt werden“, betonte der 60 plus-Landesvorsitzende Lothar Binding MdB in seiner Einführung. Macit Karaahmetoglu, Vorstandsvorsitzender des ASB Region Stuttgart, hielt ein Grußwort.

In ihrem Impulsvortrag sprach Hilde Mattheis MdB, Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, über die bereits umgesetzten und zukünftigen Reformvorhaben im Bereich Pflege. „Wie im Koalitionsvertrag vereinbart wollen wir die Situation der Pflegebedürftigen, ihrer pflegenden Angehörigen und der Menschen, die in der Pflege arbeiten, verbessern. Die Unterstützung und Sicherung der Teilhabe ausweiten, Pflegepersonen weiter entlasten, gute Arbeit für Pflegefachkräfte ermöglichen und die Pflegeinfrastruktur ausbauen - das sind unsere Ziele“, so Hilde Mattheis. In den vergangenen Jahren wurden das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, das Hospiz- und Palliativgesetz und die Pflegestärkungsgesetze (PSG) I und II verabschiedet. Mit nunmehr fünf Pflegegraden haben auch demenziell Erkrankte Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die Pflegeleistungen wurden erhöht. Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige bringt u.a. der Ausbau der Tagespflege. Gegen Abrechnungsbetrug müsse entschieden vorgegangen werden. Skeptisch sieht Hilde Mattheis den Pflegefonds, der auf Druck von CDU/CSU eingerichtet worden war - als Rücklage, um künftige Beitragserhöhungen abzumildern. „Dieses Geld käme – nicht zuletzt angesichts der derzeitigen Zinsentwicklung - besser direkt den Pflegebedürftigen zugute. Mit dem kürzlich vom Bundestag verabschiedeten PSG III sollen Pflegequalität und Versorgung auf kommunaler Ebene verbessert werden. Derzeit werde an einer Reform der Pflegeberufeausbildung gearbeitet. „Wir wollen eine generalisierte Grundausbildung mit weiterer Spezialisierung für Pflege, Kinderpflege und Altenpflege. Das schafft mehr Durchlässigkeit für die Beschäftigten“, so Hilde Mattheis weiter.

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am 10.06.2016

Der ehemalige Seniorenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Reusch-Frey, wird zum 1. Oktober 2016 die Leitung des treffpunkt 50plus in Stuttgart übernehmen. Die Einrichtung für Bildungs- und Kulturarbeit mit älteren Menschen in der Landeshauptstadt wird von der Evangelischen Akademie Bad Boll im Auftrag und mit Förderung durch die Stadt Stuttgart getragen. 

Thomas Reusch-Frey ist gebürtiger Metzinger und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Landwirt, bevor er evangelische Theologie studierte. Von 1994 bis 2011 war er Gemeindepfarrer in Bietigheim-Bissingen, wo er auch seit 1999 Mitglied des Gemeinderats ist. Von 2009 bis 2011 gehörte er dem Ludwigsburger Kreistag an. Von 2011 bis 2016 war er Landtagsabgeordneter. Er ist 57 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder.

(Foto: R. Pfisterer)